Der weite Weg nach Afrika
Anfang September wurden in Waghäusel die Container mit den Flugzeugen für die Saison 2026/27 gepackt. Per Anhänger, LKW und Frachtschiff sind die Segler jetzt auf dem langen Weg nach Namibia zur Bitterwasser Flying Lodge.
Bitterwasser ist allen Segelfliegern ein Begriff, aber Waghäusel? Das ist ein Örtchen zwischen Karlsruhe und Mannheim, in dem jedes Jahr im Herbst für einige Tage die Hochleistungs-Segelflugzeug-Dichte astronomisch ansteigt: Anfang September nämlich, wenn Schiffs- Container nach einem ausgeklügelten Sytem, das an Tetris erinnert, mit Segelflugzeugen und Ausrüstung vollgepackt werden, um sie nach Namibia zu bringen. Per LKW geht es einige Stunden nach Antwerpen, von dort mit dem Frachter nach Walvis Bay an der namibischen Atlantikküste, dann wieder auf LKW und etwa 450 km Schotterpiste später endet die Reise schließlich nach insgesamt sieben Wochen in Bitterwasser. Fast 12.000 km sind es zu Lande und zu Wasser, durch die Luft reisen die Flugzeuge ironischerweise nicht.
Sieben Container haben sich vor ein paar Tagen auf die Reise gemacht, insgesamt erwartet Bitterwasser-Chairman Rainer Hog dieses Jahr 30 Flugzeuge auf der Lodge: „Über die Hälfte sind Arcus M, sie sind einfach perfekt für das Segelfliegen in Namibia. Zwei davon sind brandneu, die wurden erst im August ausgeliefert. Der Rest sind Doppelsitzer wie Nimbus 3DM, EB 28 und ASG 32, dazu kommen als Einsitzer einige Ventus, JS 3, ASH 31 und sogar eine ASW 22 wird vor Ort sein.“ Das Verladeteam ist eingespielt, jeder Handgriff sitzt, damit die Flugzeuge schnell verladen und sicher verpackt auf die große Überfahrt nach Afrika gehen können: „Unser Lademeister Lothar Wittig organisiert höchst professionell die komplette Verladung und Verzollung, auf ihn können wir uns zu 100% verlassen.“ Rainer selbst ist ab Ende Oktober für letzte Vorbereitungen vor Ort, vorher verleiht er beim WeGlide-Finale am 10. Oktober noch den Bitterwasser Cup für den Gewinner oder die Gewinnerin der Junior Challenge.
Im November startet dann endlich die Saison im Süden Afrikas. Mit den weitgereisten Segelflugzeugen werden bis Ende Januar Pilotinnen und Piloten aus der ganzen Welt von der Bitterwasser Flying Lodge aus wieder auf 1000er-Jagd gehen und Segelfliegen von einer ganz anderen Seite kennenlernen – auf der anderen Seite des Äquators.
Anfang September wurden in Waghäusel die Container mit den Flugzeugen für die Saison 2026/27 gepackt. Per Anhänger, LKW und Frachtschiff sind die Segler jetzt auf dem langen Weg nach Namibia zur Bitterwasser Flying Lodge.
Die Bitterwasser Flying Lodge war Hauptsponsor der Junioren Segelflug Weltmeisterschaft, bei der vom 2. bis 17. August 2026 rund 80 Pilotinnen und Piloten aus 22 Nationen in der Standard- und Clubklasse um die Titel kämpften. Hauptpreis für die Gewinner der JWGC war jeweils ein einwöchiger Aufenthalt auf der Lodge incl. Anreise und Flugzeug.
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